MYKI- Österreichischer Kinderschutzpreis

KIWOZI Outdoor-Projekte

KIWOZI

Preisträger 2011 der Kategorie 1 / Förderung der körperlichen & seelischen Entwicklung von Kindern | Initiator: Verein KIWOZI, Frau Dr. Nina Hermann (NÖ)

Homepage: www.kiwozi.at

Das KIWOZI (Kinder- und Jugendwohngemeinschaft Zirkelweg) besteht seit 1983, ist ein privater, selbstverwalteter Verein und finanziert sich durch Tagsätze von Jugendämtern. KIWOZI  ist ein freier Träger der Jugendwohlfahrt und betreut Kinder und Jugendliche, die nicht in ihren Herkunftsfamilien wohnen, da sie dort Gewalt, Verwahrlosung, Missbrauch erlebt haben. In der betreuten Wohngemeinschaft finden 10 Burschen und Mädchen im Alter von 6-18 Jahren Platz. Die Kinder haben schwere Traumatisierungen hinter sich, die sich in sozialen Auffälligkeiten, psychischen Störungen und psychiatrischen Zustandsbildern (Depressionen, Selbstverletzungen, Ess-Störungen, Gewalt-Durchbrüche u.a.m.) äußern. Die zehn bis zwölf BetreuerInnen aus den Berufsfeldern Psychologie, Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Pädagogik und Sportwissenschaften, oft mit psychotherapeutischen Zusatzausbildungen, kümmern sich rund um die Uhr in Doppelbesetzung um die Kinder und Jugendlichen. Neben einem wohnlichen Zuhause bietet KIWOZI Unterstützung im schulischen Alltag und bei der Berufsfindung, es werden die soziale Entwicklung und die Eigenverantwortlichkeit gefördert, und die TherapeutInnen versuchen, mit den Kindern und Jugendlichen die schweren Traumata aufzuarbeiten. Die Förderung sozialer Beziehungen und kreativer Freizeitaktivitäten (Sport, Musik...) gehören dazu.

Erlebnispädagogisch-therapeutische Outdoor-Projekte sind wertvolle Möglichkeiten, die Persönlichkeit junger Menschen zu stärken. Tage in dichter Gemeinschaft auf einem Berg oder in einem Kanu zeigen oft nachhaltigere Wirkungen auf die Betroffenen als Monate pädagogischer Arbeit im Alltag.

Im heurigen Sommer unternahm KIWOZI daher eine mehrtägige Wanderung auf den Hochschwab (sowie eine Flussfahrt in Kroatien). Das Hochschwab-Projekt dauerte 4 Tage, 6 Kinder und 4 Erwachsene nahmen daran teil. Der dichte Betreuungsschlüssel resultiert aus den schweren Beeinträchtigungen der Kinder u.a. psychiatrische Auffäligkeiten nach schweren Traumatisierungen. Outdoor-Aktivitäten verlangen Kindern viel ab. Ihre Ausdauer und ihre Frustrationstoleranz werden auf’s Höchste strapaziert, sie müssen Wetterunbill ertragen - es regnete während der gesamten Wanderung, am Gipfel gab es Schnee -, das soziale Miteinander wird extrem belastet und getestet. Trotz der schwierigen Wetterbedingungen erreichte die Gruppe während der Hochschwab-Woche das gemeinsame Ziel (Hochschwabgipfel, 2277m), was die Kinder und Jugendlichen mit enormem Stolz erfüllte und die Atmosphäre in der Wohngemeinschaft in Schwechat nachhaltig verbesserte. Die Frage an die Kids: "Hättet Ihr das bei diesem Sauwetter privat auch gemacht?" mussten diese ehrlicherweise mit "Niemals!" beantworten. Lernprozesse, die im Rahmen von Outdoor-Projekten gemacht werden, haben daher einen hohen Stellenwert für die Nachhaltigkeit der Betreuungsarbeit, denn sie schulen die Kinder und Jugendlichen darin, schwierige Situationen im Alltag besser zu bewältigen und sich mehr zuzutrauen.

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